Umstrittener Islamunterricht: DITIB schlägt Erdogan als Lehrer vor

Umstrittener Islamunterricht: DITIB schlägt Erdogan als Lehrer vor

Noktara - Staatlicher Islamunterricht - DITIB stellt Erdogan als Lehrer an
Foto: WikiMedia Commons/Samantha Appleton CC-BY-SA-3.0

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat für den staatlichen Islamunterricht eine Kommission aus mehreren islamischen Verbänden gebildet, die sowohl bei der Gestaltung des Lehrplans, der Auswahl der Lehrbücher und auch in Personalfragen mitbestimmen dürfen. Ein Mitglied dieser neugebildeten Kommission ist dabei der umstrittene türkische Islamverband DITIB, der wegen seiner vermeintlichen politischen Nähe zur Türkei scharf kritisiert wird, aber sämtliche Vorwürfe rigoros als böswillige Unterstellung zurückweist.

In einer Pressekonferenz sagte der Vorsitzende der DITIB Kazim Türkmen:

„Vallah! Wir sind absolut unabhängig von den Weisungen der DIYANET und wer das Gegenteil behauptet ist ein Lügner! Jetzt wo dieses Thema endlich geklärt ist, können wir uns hoffentlich wichtigeren Punkten widmen. So zu Beispiel die Personalangelegenheiten für die Umsetzung des Islamunterrichts. Wir hätten da sogar einen Vorschlag parat.”

Anschließend betrat kein anderer als der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan den Saal und stellte sich als neuer Islamlehrer vor.

Erdogan soll dabei völlig unabhängig von der DIYANET dafür sorgen, dass der Islamunterricht in Deutschland ordentlich durchgeführt wird, so der Vorsitzende der DITIB. Allerdings müssten die anderen Islamverbände also die Islamische Religionsgemeinschaft NRW (IRG), das Bündnis Marokkanische Gemeinde (BMG), die Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland (IGBD), die Union der Islamisch-Albanischen Zentren in Deutschland (UIAZD) und der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) auch mehrheitlich zustimmen.

Wie siehst du das? Ist es in Ordnung, dass die DITIB den Islamunterricht mitgestalten darf oder geht damit die Einflussnahme der Türkei auf deutsche Klassenzimmer zu weit?

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Ein Kommentar zu “Umstrittener Islamunterricht: DITIB schlägt Erdogan als Lehrer vor”
  1. Die Bundesländer sollten ihre Kulturhoheit als Pflicht begreifen, von diesem Recht umfassend Gebrauch zu machen. Es zerreißt die Gesellschaft, weltanschaulichen Unterricht und die Lehrerausbildung zu delegieren und in der Bildung die Qualitätskontrolle schleifen zu lassen. Schule muss in Deutschland wieder Priorität bekommen, in jeder Hinsicht.

    Und an den Bund gerichtet: Es geht nicht, die schlimmen Straftaten von Mitgliedern der Kirchen nicht nach dem angeblich für alle gleich geltenden weltlichem Recht zu ahnden. Wir brauchen den strikt laizistischen Staat und den staatlichen Schutz der Opfer von Gewalttaten des Klerus.

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