Hochzeitsverbot: Muslime dürfen erst nach Corona wieder heiraten – Noktara.de

Hochzeitsverbot: Muslime dürfen erst nach Corona wieder heiraten

Noktara - Hochzeitsverbot - Muslime dürfen erst nach Corona wieder heiraten

Formell sind Hochzeitsfeiern, ob nun in privaten oder in öffentlichen Räumlichkeiten zwar noch nicht offiziell verboten, aber je nach Bundesland werden gesetzlich teils nur noch maximal 25 Gäste erlaubt, um die Infektionsketten überschaubar zu halten. Was für Almans dennoch nach einer durchaus angemessenen Anzahl für eine Hochzeitfeier klingt, kommt für die allermeisten Muslime einem faktischen Hochzeitsverbot gleich, da so eine lächerlich kurze Gästeliste bei einer durchschnittlichen muslimischen Hochzeitsgesellschaft im besten Falle mit Ach und Krach genügt, um die Geschwister des Brautpaares einzuladen, die sich gerade im Inland aufhalten. Ganz zu schweigen von den Eltern des Brautpaares, den Onkeln und Tanten, den Cousins und Cousinen 1. bis 12. Grades, den Nachbarn, den Freunden der Familie, den Hochzeitsfotografen, dem Catering-Dienstleister, der Negafa, den Arbeitskollegen und der jeweils dazugehörigen Sippschaft. Obendrein müsste man eigentlich auch noch die Gäste dazu rechnen, die aus den jeweiligen Heimatländern für die Hochzeit einreisen würden, wenn sie denn könnten. Dazu kommt noch, dass ein Bräutigam sogar bis zu 4 Frauen gleichzeitig ehelichen darf, was die Gästeliste umso mehr überstrapaziert.

Hochzeitsverbot nicht nur wegen der Besucherzahl!

Zusätzlich zur quantitativen Einschränkung der Hochzeitgästen, sehen die Corona-Regeln teils auch die Vorlage und die Einhaltung eines Hygiene-Konzepts vor, was sich in diesem Kulturkreis nicht gerade mit den typischen Feiergewohnheiten und Traditionen deckt. 1,5 Meter Abstand? Im Leben nicht! Masken? Fehlanzeige! Auch stören Mund-und-Nasen-Masken besonders, wenn man über diejenigen lästern will, die warum auch immer nicht zu den Feierlichkeiten erschienen sind.

Stattdessen herrscht dichtes Gedränge mit stundenlangen Halay-Tänzen bei lauter Musik und geselligem Essen, bei dem sich gegenseitig das Fleisch zugeschoben wird. Immerhin gibt es Kolonya als Desinfektionsmitteln auf den Tischen. Der obligatorische Autokorso inklusive Hupkonzert erachtet sich allerdings als schwierig, da maximal nur 2 Haushalte pro Auto erlaubt sind. Unter Berücksichtigung all dieser Gesichtspunkte ist eine Hochzeit jedenfalls unter Muslimen daher auch unabhängig von der gesetzlich zulässigen Anzahl der Gäste inkompatibel mit den geltenden Corona-Schutzmaßnahmen.

Ohne Hochzeit keine Heirat!

Muslime müssen daher wohl oder übel bis auf Weiteres auf Hochzeitsfeiern verzichten und Single bleiben bis es ein Heilmittel gegen Corona gibt, da viele traditionelle Familien trotzdem auf die Ausrichtung einer überschwänglichen Hochzeitsfeier mit Minimum 500 Gästen bestehen, um der angestrebten Ehe ihre Erlaubnis zu geben, obwohl vom islamischen Standpunkt her ein einfacher Ehevertrag genügt, um vor Allah als verheiratet zu gelten.

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