Eurovision Song Contest: Palästina gewinnt mit "I'm still alive" | Noktara.de

Eurovision Song Contest: Palästina gewinnt mit “I’m still alive”

Eurovision Song Contest: Palästina gewinnt mit "I'm still alive"

Überraschungssieg für Palästina beim Eurovision Song Contest!

Mit dem Song “I’m still alive” hat Mohammed Assaf den 63. Eurovision Song Contest gewonnen. Der im Gazastreifen aufgewachsene palästinensische Sänger und Gewinner der zweiten Staffel des arabischen Ablegers von “Deutschland sucht den Superstar” setzte sich im heutigen ESC-Finale in Lissabon erfolgreich gegen 41 Konkurrenten durch.

Besonders spektakulär daran ist, dass Palästina 2018 zum ersten Mal am weltweit größten Musikwettbewerb teilnahm und dann direkt die hartumkämpfte ESC-Krone gewann.

Deutschland landete hingegen mit seinem Song “How it is (Wap-bap)” von der bekannten Youtuberin Bibi mit über 2 Millionen Dislikes auf dem verdienten letzten Platz und wurde mit faulen Tomaten beworfen.

Politisch aufgeladener Eurovision Song Contest

Zwar geht es beim ESC eigentlich um die Musik und die Suche nach dem besten Song, aber dennoch ist dieser Wettbewerb mit politischen Botschaften gespickt:

  • So zog beispielsweise bereits im Vorfeld Russland seine Teilnahme am ESC zurück, weil seitens der Ukraine ein Einreiseverbot gegen die russische Kandidatin Julia Samoilowa verhängt wurde, die 2015 in der besetzten Krim ein Konzert gab und dabei die Einreisebestimmungen der Ukraine verletzte.
  • Im Vorjahr gewann die Ukraine den Songcontest mit einer Protestballade über die Deportation der Krimtataren im Jahr 1944.
  • Und dieses Jahr überzeugte das Protestlied “I’m still alive” gegen den illegalen israelischen Siedlungsbau und die Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung mit seinen eindrucksvollen Songzeilen:

“The secret of my life
Is never givin’ up
Now I’m close to you
Walking through Palestine
[…]
Breaking me to pieces
I wanted you to know that
Every time Netanjahu comes around
I’m still alive!
I’m still alive!”

Nächster Eurovision Song Contest in Palästina

Der Sieg von Mohammed Assaf bedeutet auch, dass der ESC im nächsten Jahr zum ersten Mal in Palästina als Austragungsland stattfinden wird. Dies wird vom Sicherheitsstandpunkt her eine große Herausforderung für diese krisengebeutelte Region, aber womöglich bringt der ESC ja ein bisschen Frieden und ein bisschen Freude nach Nahost.

Peace und Salam!

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