Eurovision Song Contest: Palästina gewinnt mit "I'm still alive"

Eurovision Song Contest: Palästina gewinnt mit “I’m still alive”

 

Mit dem Song “I’m still alive” gewann Mohammed Assaf den 66. Eurovision Song Contest. Der im Gazastreifen aufgewachsene palästinensische Sänger und Gewinner der zweiten Staffel des arabischen Ablegers von “Deutschland sucht den Superstar” setzte sich im ESC-Finale in Turin erfolgreich gegen 39 Konkurrenten durch.

Besonders spektakulär daran ist, dass Palästina zum ersten Mal am weltweit größten Musikwettbewerb teilnahm und dann direkt die hartumkämpfte ESC-Krone gewann.

Deutschland landete hingegen mit seinem Song “How it is (Wap-bap)” von der bekannten Youtuberin Bibi mit über 2 Millionen Dislikes auf dem verdienten letzten Platz und wurde mit faulen Tomaten beworfen.

Politisch aufgeladener Eurovision Song Contest

Zwar geht es beim ESC eigentlich um die Musik und die Suche nach dem besten Song, aber dennoch ist dieser Wettbewerb mit politischen Botschaften gespickt:

  • So zog beispielsweise in den Vorjahren bereits im Vorfeld Russland seine Teilnahme am ESC zurück, weil seitens der Ukraine ein Einreiseverbot gegen die russische Kandidatin Julia Samoilowa verhängt wurde, die 2015 in der besetzten Krim ein Konzert gab und dabei die Einreisebestimmungen der Ukraine verletzte.
  • In diesem Jahr wurde Russland von vornherein wegen des Angriffskrieg gegen die Ukraine seitens der Organisatoren von der Teilnahme am ESC ausgeschlossen.
  • 2016 gewann die Ukraine den Songcontest mit einer Protestballade über die Deportation der Krimtataren im Jahr 1944.
  • Und dieses Jahr überzeugte das Protestlied “I’m still alive” gegen den illegalen israelischen Siedlungsbau und die Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung mit seinen eindrucksvollen Songzeilen:

“The secret of my life
Is never givin’ up
Now I’m close to you
Walking through Palestine
[…]
Breaking me to pieces
I wanted you to know that
Every time Netanjahu comes around
I’m still alive!
I’m still alive!”

Nächster Eurovision Song Contest in Palästina

Der Sieg von Mohammed Assaf bedeutet auch, dass der ESC im nächsten Jahr zum ersten Mal in Palästina als Austragungsland stattfinden wird. Dies wird vom Sicherheitsstandpunkt her eine große Herausforderung für diese krisengebeutelte Region, aber womöglich bringt der ESC ja ein bisschen Frieden und ein bisschen Freude nach Nahost.

Peace und Salam!

Anmerkung der Redaktion: Diesen Artikel veröffentlichten wir zuvor so ähnlich bereits anlässlich des Eurovision Song Contest in den Vorjahren. Leider ist der Inhalt darin immer noch relevant.

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